Auf der Fläche im Großen Garten, die heute von der Gläsernen Fabrik der Volkswagenwerke eingenommen wird, befand sich seit 1896 das Ausstellungsgelände der Landeshauptstadt. Dort zeigte die 7. Jahresschau in der am 16. Mai 1928 eröffneten Ausstellung „Die Technische Stadt”, wie der wissenschaftliche Fortschritt im Bereich Technik neue Lebensbedingungen ermöglicht. Auf dem Ausstellungsgelände war vor Eröffnung der Jahresschau, nach Entwurf des Berliner Architekten Peter Birkenholz (1876 bis 1961) und von der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg ausgeführt, das ungewöhnlichste Gebäude in Dresden entstanden das erste und legendäre Kugelhaus .

Das erste Kugelhaus der Welt
Das erste Kugelhaus der Welt

Das Bauwerk, eine Eisenkonstruktion mit einer Höhe von 30 Metern, einem Durchmesser von 24 Metern und den 20 000 Nietverbindungen brachten ein Gesamtgewicht von 280 Tonnen. Der Innenausbau des Kugelhauses wurde durch Dresdner Betriebe ausgeführt, die Etagen waren mit Treppen und Aufzügen verbunden. In den Geschäften im Erdgeschoss konnten selbst anspruchsvolle Besucher wertvolle Andenken oder Geschenke einkaufen. In vier der ringförmig angelegten Etagen befanden sich Ausstellungsräume in der fünften und höchsten Etage ein Restaurant. Die Terrasse verschaffte den Gästen eine gute Aussicht über das Ausstellungsgelände und das Stadtgebiet. Mit Beginn der Dunkelheit erstrahlte das Innere des Kugelhauses im hellen Licht und war von außen eindrucksvoll beleuchtet. Bis zum Ende der Ausstellung im Oktober 1928 besuchten 3,5 Millionen Personen die 7. Jahresschau Deutscher Arbeit. Aber es wurde bereits zehn Jahre später, 1938 von den Nazis abgerissen, da der Architekt Jude war, es als undeutsch und entartete Kunst galt. Angeblich wurde das Dresdner Kugelhaus 1938 gänzlich zu Rüstungszwecken „verwertet”. Nachdem 2001 drei Originalfenster in einem Lausitzer Hühnerstall auftauchten, ist jetzt eine Nachricht bekannt geworden, dass auch ein Original-Kugelhaus Spiegel existiert. Er wurde beim Abbruch für sechs Reichsmark verkauft und wird nun ein weiteres und recht bedeutsames Ausstellungsobjekt sein! Jetzt besteht der Verdacht das es noch eine Menge andere Sachen aus dem Kugelhaus gibt, die veräußert worden sein. Aber wo sind die geblieben? Der Verein Dresdner Kugelhaus e.V. ist nach wie vor interessiert an Einrichtungsgegenständen, Speisekarten, Werbematerial. Und nicht zuletzt möchte er Dresdner befragen, die ihm berichten können, was genau zwischen 1928 und 1938 passiert ist im und am Kugelhaus. Zu erreichen ist der Verein unter:

Dresdner Kugelhaus e.V.
PF 510133, 01314 Dresden,
Tel. 475 82 09, Fax 475 82 08
kugelhaus-dresden@gmx.de

Bildquelle: Wikimedia.org