Die Dresdener Frauenkirche ließ der Rat zu Dresden durch seinen Zimmermeister Georg “Bähr in den Jahren 1726-1738 erbauen in bewusster Betonung eines Gegensatzes zu seinem absoluten Fürsten, der 30 Jahre vorher katholisch geworden war. Die Frauenkirche zu Dresden sollte der “Petersdom” der Protestanten in Sachsen werden. Man mache sich einmal das Vergnügen, den Grundriss des Baues abzuschreiten, um den zierlichen Schwung der Linien zu genießen, auf denen der Koloss emporwuchtet. Das ist Auflösung, Rokoko ins Gewaltige übertragen. Für den unsterblichen Meister war dieser Kuppelbau Höhe und Inhalt des Daseins, und wie bei Buonarotti war sein Werk auch seines Lebens Leid. Unverstand der Gegner, Neid und Missgunst seiner Kollegen begleiteten das Werden der Frauenkirche bis über Bährs Tod hinaus. Die Legende der Zeit schon lässt die Baugeschichte ins Tragische wachsen. Vom Bau sollte sich der 72jährige herabgestürzt haben. Das ist Sage, aber irgendwie wird ihn schließlich nicht das Werk, jedoch der Zorn erdrückt haben. Vom Petersdome klingt ein ganzer Ring erlauchter Künstlernamen, von Michelangelo bis Bernini. Die Kuppel der Frauenkirche redet nur von einem schlichten Ratszimmermeister. Dipl. ing. und Dr. ing. war noch nicht erfunden. Der Bau aber steht da, dunkel leuchtend, eine Matthäuspassion von Steinen, das dritte der Wunder Dresdens, die uns das 18. Jahrhundert hinterließ.

*Geschrieben von Paul Wolff ca. 1923

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