Düster schlicht steht der große Kasten da. Es wäre der reine Hungerstil auf ein Fürstenschloss angewendet, wenn nicht hier und da unnachahmlich geschmackvoll sparsame Dekorationen aufleuchteten. Brunnen träumen in kleinen stillen Vorhöfen, und unsterblich hübsche Kinder halten Laternen über Rokokogittern. Gottfried Knöffler ist der Meister, um 1750 Dresdens erster Bildhauer, der uns die süße Melodie des Rokoko am reinsten sang. Nach ihm keiner mehr. Dieses Prinzenpalais ist der Schauplatz jener Tragödie, die erst wie ein Satyrspiel aussah; die aber eines jener Vorzeichen war, die vor dem Einsturz warnen: Im November 1902 verließ Louise, Kronprinzessin von Sachsen, aus wohl niemals genau zu klärenden Gründen Gatten und Kinder und gab ihr Land, das schon die künftige Königin in ihr sah, dem Gelächter der ganzen Welt preis. Der monarchische Staatsgedanke, selbst außermenschlich, vertrug keine Verwässerung durch Allzumenschliches. Stendhal sagt sehr richtig: “Wird mir doch jeder zugeben, dass es sich nicht passt, wenn der, der sich über alle erheben will, sich ebenso sehr Mensch zeigt wie alle anderen.” Geschrieben von Paul Wolff ca. 1923

So sah es Paul Wolf im Jahre 1923. Im 2. Weltkrieg wurde es total zerstört. Es standen nur noch die Rußgeschwärzten Aussenmauern. Doch wie sieht es heute aus, dass Das Palais am Taschenberg, ein wahres Schmuckstück.