Schloss Pillnitz

Von der Residenz Dresden aus fuhr der sächsische Hofstaat auf prachtvollen Gondeln elbaufwärts nach Pillnitz. August der Starke veranlasste ab 1720 die Neugestaltung des Pillnitzer Schlossgeländes und durch seinen Baumeister Mattäus Daniel Pöppelmann die Errichtung der Gebäude. In Ergänzung zum Wasserpalais, einem großartigen Chinoiseriebau mit der mächtigen Freitreppe zur Elbe, zum Neuen Palais und zum Bergpalais, die ein architektonisch einmaliges harmonisches Ensemble bilden, entstanden später die geräumige Orangerie, der Englische und der Chinesische Pavillion.

Dampferfahrt in die Sächsische Schweiz

Ein Morgen im Mai, Juli oder vielleicht im September ein Morgen, der ein schöner, sonniger Tag zu werden verspricht.

Vor der steinernen Kulisse der alten Barockstadt wimmeln Menschen, am Fahrscheinverkauf, an den Landungsbrücken der Weißen Flotte. Sie drängen auf das Deck eines Schiffes, das noch mit Seilen fest am Ufer vertäut ist, aber schon dampfend, weißliche Wölkchen in den blaugespannten Himmel spinnt. Von der Kommandobrücke aus beobachtet der Kapitän, wie sich der Fahrgaststrom auf das Schiff ergießt, nach Steuerbord, Backbord, aufs Oberdeck. Familien, Pärchen, ältere Leute, alle suchen sich einen günstigen Platz, um zu sehen und die Landschaft als Augenweide zu genießen.

Wann geht es endlich los? In zehn Minuten, gibt der Kondukteur einem zappligen Jungpassagier Auskunft. Zehn Minuten. Zeit um einmal rasch zurückzublicken zur Schiffahrt auf der Oberelbe. Auf dem Riesengebirgskamm, in fast 1400 Meter Höhe, entspringt die Elbe, die dort auf tschechisch Labe heißt. Als breiter Bach berührt sie das Sport- und Erholungszentrum Špindlerûv Mlýn.

Dann gewinnt sie allmählich an Wasser, nimmt Flüsse auf vereinigt sich bei Mêlnik mit der Moldau, um nun als Strom die Böhmische und bei Schmilka, der Grenze zwischen Tschechische Republik und der BRD, die Sächsische Schweiz zu durcheilen. Vor Pirna tritt sie schließlich in die Elbtalweitung ein, in das sächsische Hügelland, das sie in schwungvollen Bögen durchfließt. Beschwerlich und nicht ungefährlich war es daher früher auch, aus den Brüchen von Postelwitz und Cotta bei Pirna auf Lastkähnen stromabwärts den Elbsandstein zu befördern, aus dem das alte Dresden zum schönsten Teil erbaut wurde. So wuchs die Stadt, mit ihrem Fluß, durch ihren Fluß. Erst im 19. Jahrhundert, mit der planmäßigen Stromregulierung, wurde eine geregelte Schifahrt möglich, was 1836 zur Gründung einer Dampfschiffahrtsgesellschaft führte. Bereits ein Jahr darauf lichtete das Dampfschiff, Königin Maria” zur ersten öffentlichen Fahrt die Anker. Ihr folgten ” Prinz Albert” und die erste “Dresden”. Besonders erfolgreich entwickelte sich die Passagier- und Frachtschiffahrt in den Jahrzehnten nach 1845, als Dampfbagger den Flußlauf vertieften.

Und noch vor der Jahrhundertwende, 1898, meldete die Personenschiffahrt auf der Oberelbe einen Rekord: 3630351 Passagiere! Eine Zahl, die nie wieder erreicht wurde. Und zwar deshalb nicht, weil damals die Schiffe auch als wichtiges Nahverkehrsmittel genutzt wurden. Außerdem war die sächsisch – Böhmische Schweiz soeben erst als Ausflugs- und Erholungsgebiet bekannt und erschlossen worden. Und nicht zuletzt erklomm das Reisefieber in jener Zeit gerade seine höchste Kurve. Woran übrigens selbst Ärzte nicht unbeteiligt waren, die eine Dampferfahrt auf der Elbe als äußerst gesunde, erholsame, nervenstärkende Abwechslung empfahlen. Ein weiser Rat, wie man gern bestätigt, der jedoch seinerzeit nicht eine Fahrt mit der Weißen Flotte meinte. Denn deren namentliche Geburtsstunde schlug erst 30 Jahre später, 1928, als alle Schiffe einen weißen Anstrich erhielten.

Wer sich für weitere Einzelheiten interessiert… der Dresdnerwolf gibt Auskunft.

Die Sächsische Schweiz

Schroffe wunderliche Felsgebilde, imposante Tafelgebirge, Schluchten, Täler, Wälder. Unverwechselbar: das Elbsandsteingebirge, die Sächsische Schweiz Da ist das früher von Steinbrechern und Schiffern bewohnte Wehlstädtel, das sich zum staatlich anerkannten Erholungsort namens Stadt Wehlen herausgeputzt hat Da ist das Basteigebiet mit seinen Felszinnen und der Felskanzel als beliebter Aussichtspunkt. Da ist der reizende Kurort Raten am Amselgrund mit Klettergarten und Naturtheater der Felsenbühne. Dort ist der markante Lilienstein und der Königstein, dessen Festungsanlage jetzt ein vielbesuchtes Kulturdenkmal ist. Das alles und noch viel mehr ist die Sächsische Schweiz: Ein Landschaftsschutzgebiet von knapp 400 Quadrat-kilometern Fläche. Ein großes Ferienland. Nach der Ostseeküste das zweitgrößte Urlaubsgebiet der ehemaligen DDR das alle Jahre Millionen in seinen Bann zieht freilich, früher war das ganz anders, als die Gegend noch eine der unwirtlichen und wildesten in deutschen Landen war, Meißner Hochland, Heide über Schandau, später Elbsandsteingebirge genannt. Mehr schlecht als recht ernährte sie Bauern in den Elbdörfern, Fischer und Fährleute, Schiffer und Flößer, Steinbrecher, Schiffsbauer und Segelmacher. Im Mittelalter machten zudem Raubritter und allerlei Diebsgesindel und nachfolgend fürstliche Jagdgesellschaften die Gegend unsicher. Und daß sie in Kriegszeiten Asyl und den bedrängten Bewohnern manch sicheren Unterschlupf gewährte, verhalf ihr auch nicht zu einem besseren Ruf. Dies gelang erst, vor etwa 200 Jahren, Künstlern aus dem nahegelegenen Dresden, Malern, die das Sandsteinländchen an der Elbe als romantische und pittoreske Landschaft entdeckten. Darunter waren Maler aus der Schweiz, die sich an ihre Heimat, an die Alpen erinnert fühlten und so vermutlich den Namen prägten: Sächsische Schweiz Publikationen taten ein übriges: An der Wende zum 19.Jahrhundert setzte der Fremdenverkehr ein. Zahlungskräftige Leute reisten von weiter an, leisteten sich Schweizführer, mieteten Reitesel oder ließen sich in Tragstühlen auf die Höhen schleppen. Wer’s billiger und abenteuerlicher wollte, versah sich mit expeditions-verdächtiger Ausrüstung und ließ die Daheimgebliebenen in Angst und Bange zurück. Dann kamen, mit hellen Scharen an Bord, die Dampfschiffe. Dann kam die Eisenbahn, und im letzten Drittel des vorigenJahrhunderts stiegen die Bergsteiger ein, die sich, bis heute, mehr als 900 Kletterfelsen mit rund 5000 verschiedenen Aufstiegen erschlossen haben. Zunächst an der vorderen und danach auch in der hinteren Sächsischen Schweiz, nahe der Grenze…

Die Dresdner Frauenkirche

Die Dresdener Frauenkirche ließ der Rat zu Dresden durch seinen Zimmermeister Georg “Bähr in den Jahren 1726-1738 erbauen in bewusster Betonung eines Gegensatzes zu seinem absoluten Fürsten, der 30 Jahre vorher katholisch geworden war. Die Frauenkirche zu Dresden sollte der “Petersdom” der Protestanten in Sachsen werden. Man mache sich einmal das Vergnügen, den Grundriss des Baues abzuschreiten, um den zierlichen Schwung der Linien zu genießen, auf denen der Koloss emporwuchtet. Das ist Auflösung, Rokoko ins Gewaltige übertragen. Für den unsterblichen Meister war dieser Kuppelbau Höhe und Inhalt des Daseins, und wie bei Buonarotti war sein Werk auch seines Lebens Leid. Unverstand der Gegner, Neid und Missgunst seiner Kollegen begleiteten das Werden der Frauenkirche bis über Bährs Tod hinaus. Die Legende der Zeit schon lässt die Baugeschichte ins Tragische wachsen. Vom Bau sollte sich der 72jährige herabgestürzt haben. Das ist Sage, aber irgendwie wird ihn schließlich nicht das Werk, jedoch der Zorn erdrückt haben. Vom Petersdome klingt ein ganzer Ring erlauchter Künstlernamen, von Michelangelo bis Bernini. Die Kuppel der Frauenkirche redet nur von einem schlichten Ratszimmermeister. Dipl. ing. und Dr. ing. war noch nicht erfunden. Der Bau aber steht da, dunkel leuchtend, eine Matthäuspassion von Steinen, das dritte der Wunder Dresdens, die uns das 18. Jahrhundert hinterließ.

*Geschrieben von Paul Wolff ca. 1923

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