Kunstsammlungen in Dresden stehen vor Veränderungen
Dresden ist international nicht nur als Barockstadt, sondern auch als Stadt der historischen Kunstgesichte bekannt. Doch wie die angekündigten Veränderungen für die staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SDK) aufzeigen, ist auch historische Kunst nicht vor Veränderungen gewahrt.

Madonna, Rüstkammer und deutsch-russische Freundschaft danken ab
Der Generaldirektor der SKD, Dirk Syndram, kündigte gegenüber dpa große Veränderungen bei der Verteilung und Ausstellung historischer Kunst in Dresden an. So werde beispielsweise die Rüstkammer, welche aktuell allerlei Touristen am Semperbau des Zwingers zu sich hinzieht, geschlossen und Anfang 2013 vollständig ins Dresdner Schloss umziehen. Gründe dafür sind neben der einerseits angestrebten Ausstellung des mathematisch-physikalischen Salons auch die Umbauarbeiten am Semperbau. Wie Syndram weiter zu berichten weiß, steht die Sempergalerie vor einer kompletten Sanierung, welche auch Auswirkungen auf die dabei ausgestellten Gemälde nach sich ziehen soll. So werden zwar einige Gemälde und Ausstellungen kurzzeitig entfernt, dennoch werden einige ausgewählte und repräsentative Gemälde weiterhin in nahegelegenen und von Umbauarbeiten nicht betroffenen Winkeln ausgestellt. Syndram bezeichnete dieses Vorgehen nicht ohne eine gewisse Ironie, in Hinblick auf der ausgestellten Kunst, als eine “Operation am offenen Herzen”.

Galerie muss für mindestens 12 Wochen gänzlich geschlossen werden
Eine Kulturstadt wie Dresden lebt natürlich von Sehenswürdigkeiten und Museen wie der Sempergalerie, weshalb eine dauerhafte Schließung während der Generalsanierung als undenkbar gilt. Dennoch betont Syndram, müsse die Galerie für mindestens 3 Monate beziehungsweise 12 Wochen geschlossen bleiben, um Arbeiten zu vervollständigen, die im täglichen Touristenandrang anderenfalls nicht zu bewältigen wären. Syndram kündigte zudem an, dass er für die kommenden Jahre wieder ein erhöhtes Budget für Dresdens Kultur erhofft. Nach aktuellen Beschlüssen steht für die Saison 11/12 dem Dresdner Generaldirektor des SKD lediglich ein Drittel des üblichen Etats für Kultursanierungen und Ausstellungen zur Verfügung. Dies zeigte sich vor allem im zugereichten Budget für das Schloss, welches aktuell nicht ausreiche, um den “verlangsamten Tanker wieder zu voller Fahrt” [zu bringen].

Kunstgeschichte muss auch laut dem SKD weiterhin wirtschaftlich bleiben
Syndram betonte, dass der SKD zwar weiterhin dank des Grünen Gewölbes und der Gemäldegalerie Alte Meister schwarze Zahlen schreiben, dennoch die Kunst- und Museengeschichte in Dresden keineswegs ein Selbstläufer sei. Großprojekte seien auch aktuell ohne Drittmittel nicht finanzierbar, da sich deren benötigtes Budget mit einem siebenstelligen Betrag weit den Etat einer halben Million Euro sprengen würde. Syndram strebte dabei sogar einen Vergleich zum Unternehmer an. Ein Personal Coaching benötigt er wohl nicht mehr, denn er bemerkte, dass man auch als Generaldirektion des SKD zwanghaft wie ein Unternehmer denken müsse, um den erwünschten Erfolg über langfristige Kundenbindung sicherzustellen.