• „So schön hätten wir uns die Brauerei nicht vorgestellt“ Immer wieder geraten Touristen angesichts der Semperoper ins Schwärmen. Die glanzvolle TV-Bier-Werbung hatte sie aufs völlig fälsche Gleis gelockt

• Hier geht es zur Tierhaltung sagt mancher Ausländer dem Zwinger.
Der hat aber nichts mit einem Hundezwinger zu tun. Der Begriff geht vielmehr auf ein Mauerdetail dieses Festungsbaus zurück. Später allerdings gab es im Zwinger durchaus Tierhatzen.

• Nein, Bären brummten nie im Bärenzwinger. Der Name stammt von Beer, dem dortigen Steindamm, der Verteidigungszwecken diente. Der Dresdner machte „Bärenzwinger” draus.
• „Wo, bitte, geht es zur Blauen Grotte“ Dies ist eine Wortschöpfung aus Blauem Wunder und Grünem Gewölbe. Natürlich ist Letzteres gemeint. Übrigens: Diesen grünen Raum gab’s wirklich. Seine Farbe sollte verhindern, dass Geheimpapiere vergilben.
• Am Fürstenzug zertritt Augusts Pferd eine Rose. Die steht für die gebrochenen Herzen all seiner Geliebten, meinen selbst Dresdner zu wissen. Irrtum: Die Blüte symbolisiert die Lutherrose, August war zum Katholizismus konvertiert, um König von Polen werden zu können.
• Auch Friedrich der Gebissene reitet mit im Fürstenzug. Kein Saufkumpel schlug ihm die Zähne ins Fleisch. Es war die eigene Mutter. Auf der Flucht vor ihrem untreuen Gatten Albrecht II., der gegen sie Mordpläne hegte, musste sie ihren Sohn Friedrich zurücklassen. Um aber der Welt zu zeigen, dass Friedrich der erstberechtigte Nachfolger ist, zeichnete sie ihn mit einem Biss in die Wange.
• „Ein prächtiger Dom!”, loben viele die Hofkirche und zeigen zum Beweis auf die Zeichen „D.O.M.”. „Die bedeuten jedoch , Deus Optimus Maximus , also , Gott der Allmächtige, Viele staunen zudem, dass die Kathedrale nicht ausgeostet ist Alle Kirchen beziehungsweise Religionen beten nach Osten, dieser Altar zeigt nach Südwest
• Nein, am Theaterplatz thront nicht August der Starke auf hohem Ross. Es ist Sachsenkönig Johann.
• Über die Rampe im Stallhof trappelten Pferde hoch zu ihren Stallungen? Niemals! Ein Stall voller Mist im ersten Stock, wie unpraktisch. Über die Schräge wurden Waffen und Rüstungen für die Turniere gekarrt.”
• Ja, die verstoßene Cosel, Sie hat August eben zu sehr ins Handwerk gepfuscht, meint auch mancher Dresdner. Mag sein, aber in Wahrheit war sie ihm mit ihren fast 40 Jahren zu alt. Übrigens wohnte sie auch nie im Coselpalais, sondern ihr Sohn. Sie residierte im Taschenbergpalais.
• Immer wieder fragen Touristen und Dresdner nach dem Ursprung des Namens „Sarrasani”. Den hat’s so eigentlich nie gegeben. Gründer Georg Stosch hatte einst seine Trude geheiratet, aber nebenher noch eine Geliebte namens Sarah, die blind war – Sarah sah nie.

Ich habe eine Frage: Wann fährt der nächste Fürstenzug ab?