Der Dresdnerwolf

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Archiv: Februar 2004

Ausgrabungen am Neumarkt



Nach den Ausgrabungen rund um das Gebiet der Frauenkirche bestehen begründete Zweifel an der bisherigen Hypothese, Dresdens Keimzelle sei der Neumarkt. Die historischen Funde im Schlossbereich seien von wesentlich älterer Herkunft. Die frühe, an der Frauenkirche vermutete Siedlung wurde nicht gefunden. Gründonnerstag sollen die Grabungen zwischen Frauenkirche und Polizeipräsidium beendet werden. Dennoch ist es gelungen, in den zehneinhalb Parzellen auf der 2 800 Quadratmeter großen Ausgrabungsfläche urgeschichtliche Befunde freizulegen. Es können anhand von Funden aus dem vierten Jahrtausend vor Christus sogar die Existenz einer altsteinzeitlichen Siedlung nachgewiesen werden. Dabei handelt es sich um die ältesten Funde auf dem Gebiet des Neumarktes. Neben Haushaltsgeräten, Spielzeug des 20. Jahrhunderts, Schmuckstücken und Pfeifenköpfen aus dem 17. Jahrhundert fanden die Grabungsarbeiter auch alte Töpfereibestände. So seien Abfallgruben von Töpfereien und somit das Töpferhandwerk in Dresden bereits im 15. Jahrhundert nachgewiesen. Einige der Funde werden künftig auch im Museum zu sehen sein. Nach achteinhalbmonatiger Ausgrabungsdauer fängt eine Baugesellschaft noch in diesem Jahr an, ihr Bauvorhaben zu realisieren. Die historischen Funde werden dabei in die Pläne der Bauherren integriert. Neben exklusiven Wohnungen und Büros sind auch Läden und Restaurants geplant.

Schließung der Staatsoperette Dresden



Ein Verein soll helfen, die Operette vor der Schließung zu bewahren. “Der Förderverein Dresdner Staatsoperette e.V. will Spenden sammeln und damit einen Beitrag zum Erhalt leisten”, sagt Michael Grötsch, Vereinsvorsitzender und CDUFraktionschef im Stadtrat. Als Vorbild diene das Engagement für die Frauenkirche.
Bislang hat der Verein erst neun Mitglieder und noch keinen Spenden-Euro gesammelt. Doch das soll sich bald ändern. “Wir haben mit dem überwältigenden Echo auf die Schließung nicht gerechnet”, sagt Operetten Intendant Fritz Wendrich. “Das Ausmaß der Proteste ist unglaublich.” Nun hoffen die Initiatoren auf regen Zuspruch der Protestler, die für 25 Euro im Jahr (ermäßigt 15 Euro) ab kommender Woche Mitglieder werden können.
Der Verein könne auch bei Gesprächen mit Investoren für einen neuen Standort eine flankierende Rolle spielen, sagt Wendrich. “Wir können einen Punkt aufs i setzen.”
Zunächst wird jedoch die Stadtratsentscheidung zur Operette am 19. Dezember abgewartet.’ “Wir brauchen eine langfristige Perspektive. Der Bestand muss gesichert sein”, sagt Grötsch. In den kommenden Wochen wollen die Vereinsmitglieder ein Konzept erstellen. Dennoch steht eines außer Frage: “Wir brauchen die zehn Millionen jährliche Subvention der Stadt”, sagt Wendrich. “Es kann nicht sein, dass der Verein das leistet, was die Stadt leisten muss.” Ronald in’t Veld, Geschäftsführender Direktor des Kempinskis, wies auf die wirtschaftliche Bedeutung der Operette für den Tourismus hin. “In Hamburg stieg die Bettenbelegung am Wochenende durch die Musicals von 30 Prozent auf bis zu 90 Prozent. Für Dresdens Hotels wäre eine Operette in der Innenstadt ein großes Plus.”

Infos unter Tel. 2079959, Spendenkonto: 34700 03 33, BLZ 850 55142

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